Ukulele.Space

Everybody should play and have a 'UKE'. — George Harrison

Akkord

Akkordchord和音, 和弦, コード

Beabsichtigtes Zusammenklingen mehrerer Töne, durch das „eine unteilbare klangliche Einheit“1) erzeugt werden soll. Bei der viersaitigen Ukulele sind sie als Dreiklänge oder Vierklänge möglich. Grundsätzlich werden die Töne dabei ausgehend vom Grundton im Abstand einer Terz übereinandergeschichtet. Jeder zweite Ton der auf den Grundton folgenden Tonleiter wird also ausgelassen.

Grundton Dreiklang Vierklang
C –(D)–E–(F)–G … –(A)–H
D –(E)–Fis–(G)–A … –(H)–Cis
Die eingeklammerten Töne werden ausgelassen.

In Stufen ausgedrückt also: 1-3-5 bzw. 1-3-5-7.

Akkorde benutzt man, um einer Melodie eine Harmonie oder Stimmung hinzuzufügen. Welche Art von Akkorden man einsetzt, ist stark vom Geschmack der Zeit und dem musikalischen Genre abhängig. Ein absolut gültiges „richtig“ oder „falsch“ gibt es hier nicht (wohl aber etablierte Regeln, was sich beim Komponieren schickt und was nicht).

Die Melodie ist der Körper, die Harmonie die Bekleidung, die mit der Mode wechselt.2)

Leitereigen

leitereigendiatonic音階内

Ein Akkord, dessen Töne nur aus den sieben Tönen der Tonleiter bestehen, in der das Stück geschrieben ist, heißt leitereigen oder diatonisch.

Verweis

Leiterfremd

leiterfremdchromatic音階外

Ein Akkord, in dem Töne vorkommen, die nicht zur Tonleiter des Stücks gehören, heißt leiterfremd oder chromatisch. Leiterfremde Töne sind z.B. in den Septakkorden enthalten. Leiterfremde Akkorde erzeugen Spannung und sind deshalb ein wichtiges Mittel der Melodieführung (z.B. Tonartwechsel).

Dreiklang

Dreiklangtriad三和音

Ein Akkord, der aus drei Tönen besteht.

Vierklang

Vierklangtetrad四和音

Ein Akkord, der aus vier Tönen besteht.

Grundstellung und Umkehrungen

Grundstellungroot position根音
Umkehrunginversion転回形

Jeder Akkord besitzt einen Grundton, auf den die Intervalle zu den übrigen Tönen geschichtet werden. Je nachdem, auf welcher Saite der rückläufig gestimmten Ukulele der Grundton im Akkord liegt, unterscheidet man folgende Umkehrungen (auch abstammende Akkorde genannt):

Bezeichnung Aufbau Beispiel C-Dur
GrundstellungTerzquintakkord C-E-G
1. Umkehrung Terzsextakkord G-C-E
2. Umkehrung Quartsextakkord E-G-C

Dur-Akkord

Dur-Akkordmajor chord長三和音
メジャー

Beim Dur-Akkord folgt auf den Grundton eine große Terz, auf die wiederum eine kleine Terz aufgebaut wird.

Beispiel
C-DurC-E-G

Moll-Akkord

Code
Moll-Akkordminor chord短三和音
マイナー
m

Beim Moll-Akkord folgt auf den Grundton eine kleine Terz, auf die wiederum eine große Terz aufgebaut wird.

Beispiel
a-MollA-C-E

Sextakkord

Code
Sextakkordsixth chord六の和音6
Beispiel
C6C-E-A

Der Sextakkord wird eingesetzt, um harmonische Mehrdeutigkeit zu schaffen. Als Dreiklang entspricht der Sextakkord der 1. Umkehrung eines Dur-Dreiklangs, so daß auf dem tiefsten Ton eine Terz und eine Sexte (statt Quinte) liegen. In der Pop-Musik bezeichnet man davon abweichend einen Dreiklang, dem eine Sexte hinzugefügt wurde (sixte ajoutée), als Sextakkord (eigentlich also Quint-Sextakkord). Deshalb kann er auch in Umkehrungen vorkommen. Er wird in Pop und Jazz gern als Ersatz für den Dur-Akkord benutzt. Der Sextakkord in Dur ist identisch mit einem Septakkord in Moll:

  • Seine Grundstellung (in der die zugefügte Sexte auf der 3. Saite liegt) entspricht dem Moll-Septakkord des Tons auf der 1. Saite (1. Umkehrung);
  • die 1. Umkehrung (Sexte auf 1. Saite) entspricht dem Moll-Septakkord des Tons auf der 4. Saite (3. Umkehrung);
  • die 2. Umkehrung (Sexte auf 2. Saite) entspricht dem Moll-Septakkord des Tons auf der 3. Saite (Grundstellung);
  • die 3. Umkehrung (Sexte auf 4. Saite) entspricht einem Moll-Septakkord des Tons auf der 2. Saite (2. Umkehrung).

Der Moll-Sextakkord wird im Jazz eingesetzt.

Septakkord

Septakkordseventh chord七の和音

Der Septakkord erweitert die Quinte eines Dreiklangs zu einer Septime und wird dadurch dissonant.

Dominantseptakkord

Code
Dominantseptakkorddominant seventh chord属七の和音
セブンス・コード
7
Beispiel
C7C-E-A#

Wird auf einen Dur-Akkord eine kleine Terz aufgesetzt, wirkt er nahezu so wie die Dominante des Grundtons. Da dies im Falle von Ukulelenmusik die mit Abstand häufigste Form des Septakkords ist, wird der Dominantseptakkord meist (und auch hier) verkürzt als Septakkord bezeichnet.

Durseptakkord

Code
Durseptakkordmajor seventh chord長七の和音maj7
Beispiel
Cmaj7C-E-H

Ein Dur-Akkord, auf den eine große Terz aufgebaut wird. Er wirkt weicher als der Dominantseptakkord und kommt gern in Pop-, Rock-, Funk- und Discomusik vor.

Verminderter Akkord

Code
verminderter Akkorddiminished chord減三和音
マイナー・フラット・ファイブ
dim

Bei Dreiklängen besteht ein verminderter Akkord aus zwei kleinen Terzen, bei Vierklängen aus zwei kleinen und einer großen Terz (halbverminderter Septakkord) oder (extrem dissonant) drei kleinen Terzen (verminderter Septakkord).

Verminderter Septakkord

Code
verminderter Septakkorddiminished seventh chord減七の和音dim7
Beispiel
Cdim7C-F#-D#

Ein Akkord, der aus drei kleinen Terzen gebildet wird. Er drückt starke Spannung aus und kann in die Tonart jedes beteiligten Tones aufgelöst werden. Er ist sowohl in klassischer Musik als auch Jazz beliebt.

Übermäßiger Akkord

Code
übermäßiger Akkordaugmented chord増三和音
オーグメンテッド
aug
Beispiel
CaugC-E-G#

Übermäßige Dreiklänge bestehen aus zwei auf den Grundton gelegten großen Terzen. Eine Umkehrung ist daher nicht möglich; jeder Ton des Akkords kann als Grundton betrachtet werden. Bei einem Vierklang kann eine kleine Terz hinzukommen. Folgt statt dessen erneut eine große Terz, wird lediglich der Grundton oktaviert. Übermäßige Akkorde klingen dissonant und werden (z.B. im Jazz) häufig beim Übergang von einer Tonart in eine andere eingesetzt.

Vorhaltakkord

Code
Vorhaltakkordsuspended chordサスペンデッドsus

Beim Vorhaltakkord wird die erste Terz des Akkords entweder durch eine reine Quarte (5 Halbtonschritte, Dur-Vorhalt, sus4) oder eine große Sekunde (2 Halbtonschritte, Moll-Vorhalt, sus2) ersetzt. Dadurch entsteht eine heftige Dissonanz, die nach traditioneller Vorstellung die Auflösung im dazugehörigen Terzakkord verlangt. Vorhaltakkorde werden in Folkmusik und Popmusik als Auflockerung oder Übergang zu einem anderen Akkord häufig verwendet; sie können heutzutage aber auch stehenbleiben. Der Vorhaltakkord mit Quarte (sus4) ist die Umkehrung des Vorhaltakkords mit Sekunde (sus2) und umgekehrt.

sus

Steht in einer Notation lediglich sus, wird i.d.R. der Quartvorhalt sus4 gemeint.

sus4

Quartvorhalt, bestehend aus Grundton, Quarte und Quinte des Grundtons (I-IV-V).

Beispiel
Csus4C-F-G

sus2

Sekundvorhalt, bestehend aus Grundton, großer Sekunde und Quinte des Grundtons (I-II-V).

Beispiel
Csus2C-D-G

7sus4

Quartvorhalt mit Septime, bestehend aus Grundton, Quarte, Quinte und kleiner Septime des Grundtons (I-IV-V-vii). Wird häufig zum Terz-Dreiklang nach unten aufgelöst.

Beispiel
C7sus4C-F-G-Ais

7sus2

Sekundvorhalt mit Septime, bestehend aus Grundton, großer Sekunde, Quinte und Septime des Grundtons (I-II-V-vii). Wird häufig zum Terz-Dreiklang nach oben aufgelöst.

Beispiel
C7sus2C-D-G-Ais

Add-Nonenakkord

Code
Dreiklang mit hinzugefügter Noneadded-ninth chordアドナインスadd9

Beim Add-Nonenakkord wird einem Dur- oder Moll-Akkord eine None hinzugefügt. Er kommt gern in Popmusik vor.

Beispiel
Cadd9C-E-D
G-Cadd9-D-G

Powerchord

Code
Powerchordpower chordパワーコード5
Beispiel
C5C-G

Als Powerchord bezeichnet man in der Popmusik Akkorde, bei denen die Terz über dem Grundton ausgelassen wird und die daher nur aus Grundton und Quinte (möglicherweise mit Oktavverdoppelungen) bestehen. Dadurch bleibt unbestimmt, ob es sich um einen Dur-Akkord oder Moll-Akkord handelt.

Akkordfolge

Viele Musikstücke enthalten regelmäßige Muster der Abfolge bestimmter Akkorde, die als Akkordfolge (Akkordprogression) bezeichnet werden.

Offene Akkorde auf der Ukulele

In der offenen Grundstellung (keine Saite wird gegriffen) einer rückläufig gestimmten Ukulele erklingen folgende Töne:

Stimmung
SaiteC6D6Es6G6FunktionIntervall zu Grundton
1AHCEDiskantSexte
2EFisGH Große Terz
3CDEsG
4GABDBaßQuinte abwärts

Es handelt sich also bei den offenen Akkorden auf der Ukulele um einen Terz-Quint-Akkord (= Dur-Akkord) mit zusätzlicher Sexte (daher je nach Akkordgrundton C6, D6 oder G6 genannt; s. Sextakkord).

Akkordnotation

Die einfachste Form, eine Ukulelen-Begleitung für ein Lied zu notieren, ist die Akkordnotation („chord“). Bei ihr wird über den Liedtext das Symbol für den Akkord geschrieben, der an dieser Stelle gespielt werden soll. Er wird bis zum nächsten Akkordsymbol im Rhythmus des Liedes weitergespielt.

Beispiel für Akkordnotation ("Chord")
      D           A
Happy Birthday to You
      A           D
Happy Birthday to You
      D             G
Happy Birthday dear *NAME*
      D        A--D--
Happy Birthday to You

(Quelle: Uketabs)

Für musikalisch anspruchsvollere Notationen dienen Tabulatur und Partitur.

Bewegliche Griffmuster

Über das Griffbrett verteilt, finden sich für die verschiedenen Arten von Akkorden bei einer Ukulele regelmäßig wiederkehrende, Bewegliche Griffmuster, mit denen jeweils ein Akkord einer bestimmten Art gespielt werden kann.

Verweise

Akkorde finden

Die folgenden Verweise ermöglichen das Auffinden aller Akkorde in den Stimmungen C6, D6 und G6:

Grifftabellen

Literatur

  • Richter, Axel: Ukulele Handbook For Soprano, Concert, Tenor, and Baritone Uke. Pacific: Mel Bay. 2004 (Enthält die wichtigsten Akkorde in jeder Stimmung)
  • Ukulele Chord Encyclopedia. Van Nuys: Alfred Music. 2013 (1600 Akkorde, allerdings nur in C6)

2)
Kretzschmer: „Über deutsche Musik des Mittelalters.“ In: Berliner allgemeine musikalische Zeitung 4 (1827), S. 139

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