vok:bridge

Eine Bridge ist ein Zwischenstück in einem mehrteiligen Musikstück, das zur Wiederholung des Hauptteils hinführen soll.1)

Der Begriff bridge bürgerte sich in der US-amerikanischen Popmusik ein, als deutsche Komponisten in den 1930er Jahren in die USA emigrierten und den in der deutschen Musikwissenschaft üblichen Begriff Steg ins Englische übersetzten. Der Steg bezeichnete in den Liedern der Meistersinger das Zwischenstück vor der Wiederholung des Stollens (s. AABA).

Einschätzung

Die musikalische Bedeutung der Bridge ist umstritten. Traditional wurde sie als nahezu unbedeutend verstanden:

Die nach einem vorgefertigten Schema verwendeten Formteile der Tin Pan Alley-Stücke der 1930er Jahre, wie Strophe, Bridge und Refrain, [sind] nichts weiter als eigenständige Teile, die keine Wechselwirkung untereinander oder zur Gesamtheit eingehen.„2)

Doch zeitgenössische Musiker betrachten die Bridge als wesentliches Kernstück eines Songs. Der berühmte Jazzmusiker Theolonius Monk soll 1960 gesagt haben:

Das Innere eines Stückes (die Bridge) ist der Teil, welcher das Äußere gut klingen läßt.3)

Ähnlich ist für Lori Burns and Mélisse Lafrance

die Bridge ein bestimmendes Moment in der Struktur eines Songs, … ein markanter Wechsel des poetischen Stils und der Perspektive … Die Harmonie und Stimmführung der Bridge sind ebenfalls von strategischer Wichtigkeit.4)

Literatur


1) Für die englische Bezeichnung eines Bauteils der Ukulele s. Steg.
4) Lori Burns, Mélisse Lafrance: Disruptive Divas: Feminism, Identity & Popular Music. Taylor & Francis, 2002, p. 92