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Everybody should play and have a 'UKE'. — George Harrison

Glee Club

Gesangvereinglee clubグリークラブ

Das Glee bezeichnet „eine Melodie von drey oder mehrern Stimmen“, „wobei alle Singestimmen zugleich mit den nämlichen Worten anheben und schließen. Wenn fugirte oder nachahmende Sätze darin vorkommen, und das Stück mehr im künstlichen als einfachen Kontrapunkt gesetzt ist, so ist es weniger Glee als Madrigal, wie es eigentlich heißen könnte, wenn der Text ernsthafter wäre“.1)

Ein frühes Beispiel für einen Glee beschreibt den Inhalt und Sinn der Singkreise, die sich (ursprünglich nur für Männer) zunächst in öffentlichen Lokalen trafen:2)

Come, come o noble souls, who skill'd in music's art,
Do join in this society to bear a part;
For in this pleasant grove, we'll sit, we'll drink, and sing;
And imitate those cheerful birds now in the spring;
The Muses nine shall know, and all most plainly see,
Our off'ring at their shrine is love and harmony.

(„Kommt, kommt, ihr edlen Seelen, geschult in Musikkunst, | schließt euch dieser Gesellschaft an; | denn in diesem fröhlichen Hain werden wir zusammensitzen, trinken und singen; | und jene lustigen Vögel jetzt im Frühling nachahmen; | die neun Musen soll sehen und überdeutlich erkennen, | daß wir ihrem Schrein Liebe und Harmonie darbringen.“)

Seit dem 19. Jh. gibt es an vielen Bildungseinrichtungen in der angelsächsischen Welt (auch an ostasiatischen Hochschulen britischer oder amerikanischer Tradition) Glee Clubs. Der erste Universitäts-Klub in den USA wurde 1858 an der Universität Harvard gegründet, es folgten Michigan (1859) und Yale (1861). Diese Gesangsgruppen (zunächst nur für Männer, später auch für Frauen) nutzten oftmals populäre und leicht transportable Begleit- und Rhythmusinstrumente wie Gitarre, Mandoline, Banjo und ab ca. 1890 (Harvard) auch Ukulele.

Die erste Verbreitung der Ukulele ist mit der Tradition dieser Glee Clubs eng verbunden. Heinrich Berger erweiterte die Hawaiianische Königliche Kapelle zum Hawaiian Glee Club, und Ernest Ka'ai gründete seinen eigenen Club, mit dem er weltweit auf Tournee ging. In Japan war es die Band Moana Glee Club von Haida Yukihiko, die sich als erste professionell mit hawaiianischer Musik beschäftigte.

Bald wurde die Ukukele zu einem beliebten Bestandteil der schulischen und universitären Glee Clubs in den USA. Ein Musikalienhändler warb bereits 1915:

Glee Clubs never fail to win tremendous encores with the ukulele.3)
Girls Glee Club der Elizabeth City High School (Elizabeth City, N.C.) 19224)
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Laut Beschreibung gehörten folgende Instrumente zum Club: Violinen, Piano, Ukulelen.

Auch die akademischen Glee Clubs waren ein Teil des frühen Contents Business. Ein Journalist klagte schon 1917 über die Kommerzialisierung des Universitätslebens:

Indeed, a sport that is not financially successful is not successful at all. Likewise with practically all of our campus activities. A man who has the knack with an ukulele or is gifted with a whiskey tenor hires a voice culturist or a music teacher and then tries out for the glee or mandolin club — strictly business organizations which give concerts and make professional tours.5)

Der 1834 gegründete US-amerikanische Instrumentenhändler Bruno verkaufte in den 1920er und 1930er Jahren Ukulelen aus Fremdproduktion unter dem Markennamen Glee Club.

Hals eines Banjo der Marke Glee Club
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1)
Carl Friedrich Barth: Bragur: ein literarisches Magazin der Deutschen und Nordischen Vorzeit, Band 4, Leipniz: Heinrich Gräff 1796 , S. 173–174.
2)
Dr. Rogers: Glee, 3 Voices. In: J. Paul Hobler (ed.): The Words of the Favourite Pieces, as performed at the Glee Club, held at the Crown and Anchor Tavern, London 1794, S. 2
3)
Inserat in Daily Illini, 12.11.1915, S. 8.
5)
„Nearly Pessimism.“ Daily Illini, 13.3.1917, S. 4; übernommen aus The Daily Californian

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