vok:rhythmus

Rhythmus bezeichnet die für ein Musikstück charakteristisch Abfolge langer und kurzer Töne sowie Pausen, die in der westlichen Musik meist in metrisch gleichförmig wiederkehrende Abschnitte (Takte) unterteilt sind. Gemeinsam mit der Melodie bestimmt der Rhythmus den zeitlichen (horizontalen) Verlauf eines Stücks, während die Harmonie den tonräumlichen (vertikalen) Verlauf strukturiert.

Die Entscheidung über den Rhythmus steht am Anfang jeder Komposition. James Hill betont:

Ein gutes Solo muß nicht viele Noten, aber unbedingt einen soliden Rhythmus haben.1)

Bei Ukulele-Vorträgen ist Rhythmus ausschlaggebend für die Auswahl eines geeigneten Schlagmusters.

Zum Rhythmus gehörige Stichwörter

Lateinamerikanische Rhythmusmuster

Tresillo

Beim Tresillo besteht ein Takt aus drei Grundschlägen, wobei der dritte Schlag verkürzt ist. Im 4/4-Takt sind dies zwei punktierte Viertel und eine nicht-punktierte Viertel. Stattdessen können auch zwei Gruppen mit je drei Achtelnoten und eine Gruppe mit zwei Achtelnoten gespielt werden, wobei jeweils die erste Note jeder Gruppe betont wird. Der Tresillo ist der Rhythmus der kubanischen Habanera.

Clave

Clave („Schlüssel“) bezeichnet ein Muster aus fünf Grundschlägen, die auf zwei Takte verteilt werden; also entweder drei Schläge im ersten (d.h., ein Tresillo) und zwei Schläge im zweiten Takt oder umgekehrt. Dabei können die ersten drei Schläge auch unterschiedlich verteilt sein (der dritte Schlag kann zum Auftakt des zweiten Takts werden). Ursprünglich afrikanischen Ursprungs, ist dieses Muster in zahlreichen lateinamerikanischen Musikstilen wiederzufinden.

Cinquillo

Der Cinquillo besteht aus fünf Schlägen. Im 4/4-Takt folgen einer Viertelnote eine Achtel-, eine zweite Viertel-, eine zweite Achtel- und eine dritte Viertelnote. Dadurch entsteht eine Akzentverschiebung (Synkope).

Hemiolen

Häufig wechseln sich in lateinamerikanischer Musik 6/8-Rhythmen mit 3/4-Rhythmen ab. Ein beliebtes Muster ist, einem schnellen Takt mit 6 Achtel-Schlägen (oder mit zwei punktierten Vierteln) einen langsamen Takt mit 3 Viertel-Schlägen folgen zu lassen. Dabei wird das zweite Viertel über die Taktgrenze hinaus gebunden. Dies entspricht einer Hemiole (Taktveränderung durch Zusammenbinden von Noten).


1) Alabama Bound. In: Ukulele Yes!, 1.12.2008