vok:zigarrenkiste

Da Banjos und Ukulelen einen recht kleinen Resonanzkörper besitzt, fasziniert seit alters her die Vorstellung, hierfür eine hölzerne Zigarrenkiste zu benutzen. Solche Kisten sind häufig aus gutem Zedernholz und phantasievoll verziert. Die ältesten Bauanleitungen stammen aus dem späten 19. Jh. aus dem Umfeld der jungen Pfadfinder-Bewegung. Auch Sam Kamaka stellte damals Zigarettenbox-Ukulelen her (die heute als Nachbau erhältlich sind). Während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren erlebte die Idee in den USA einen neuen Aufschwung. Anfang des 21. Jhs. setzte ein neuer Boom ein. Heutzutage werden Fertigbausätze vertrieben, doch an sich gibt es keine Standards für die Abmessungen oder Saitenzahl der selbstgebauten Instrumente. 2004 eröffnete in York (Pennsylvania) das private National Cigar Box Guitar Museum.

Als Varianten existieren auch Ukulelen aus Blechdosen.

Bilder und Videos


Herb Ohta Jr. spielt auf einer Kamaka-„Cigar Box“-Ukulele von ca. 1940


Justin Johnson: Rooster Blues
auf einer elektrischen Ukulele


morbanjo: Hesitation Blues on Cigar Box Uke

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Sammlung von Ukulelen, Banjos und Gitarren aus dem National Cigar Box Guitar Museum
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Kommerzieller Fertigbausatz


Baubericht für einen Fertigbausatz

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Blechdosen-Ukulele von Rob Collins (UK)
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Zigarrenkisten-Banjo in Kopenhagen (2016)

Einschätzung

Die Bauweise und die verwendeten Materialien lassen die Ukulele ähnlich wie ein Banjo klingen – ein bisschen blechern (sic!) und mit sehr perkussivem Attack.1)
Das moderne Wiederaufleben ist manchmal auf das Interesse an Jugband und der DIY2)-Kultur zurückzuführen, da eine Zigarrenschachtel relativ günstig ist, wenn andere Faktoren wie Saiten und Bauzeit in Betracht gezogen werden.3)

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Verweise


2) Do-It-Yourself
3) Shane W. Speal: History