
Das Intervall ist der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tönen (Ausgangs- und Zielton)1).
Intervall | rein | groß | klein | vermindert | übermäßig | Umkehrung | Stufe |
---|---|---|---|---|---|---|---|
Halbtonschritte | |||||||
Prime | 0 | – | – | -1 | 1 | Oktave | 1 |
Sekunde | – | 2 | 1 | 0 | 3 | Septime | 2 |
Terz | – | 4 | 3 | 2 | 5 | Sexte | 3 |
Quarte | 5 | – | – | 4 | 6 | Quinte | 4 |
Quinte | 7 | – | – | 6 | 8 | Quarte | 5 |
Sexte | – | 9 | 8 | 7 | 10 | Terz | 6 |
Septime | – | 11 | 10 | 9 | 12 | Sekunde | 7 |
Oktave | 12 | – | – | 11 | 13 | Prime | 8 |
Nur die reinen sowie die großen und kleinen Intervalle sind diatonisch (leitereigen); die verminderten und übermäßigen sind chromatisch. Chromatisch bedeutet: Der Zielton gehört nicht ohnehin schon zur Tonleiter. Chromatische Intervalle führen regelmäßig zu enharmonischen Verwechslungen.
Zwar ist die Sekunde wohl das am häufigsten auftretende Intervall überhaupt, aber ihr wird mehr die Rolle des Übergangs als eine harmonisch tragende Funktion zugeschrieben: sie gilt als dissonant und soll daher bald in ein anderes, konsonantes Intervall aufgelöst werden.
Terzen spielen bei der Harmonisierung von Melodien die Hauptrolle. Sie definieren die wichtigsten Akkorde sowie die Tongeschlechter Dur und Moll in der westlichen Harmonielehre. Die Begleitung der Melodie in Terzfallsequenzen gehört zum musikalischen Standardrepertoire.
Physikalisch gehört die Quarte zu den konsonanten (also „wohlklingenden“) Akkorden. Von der Wirkung her klingt eine Quarte jedoch eher konsonant, wenn zwischen Ausgangs- und Zielton kein weiterer Akkordton liegt („enge Lage“), und eher dissonant, wenn sie weiter auseinander sind („weite Lage“).
Im Mittelalter galt die Quinte als perfektes Intervall, d.h., eine Melodie konnte auf der Quinte ihres Grundtons enden. Dies wandelte sich später entscheidend: Die Quinte tritt häufig als Halbschluß am Ende einer Periode auf (= „öffnende Quinte“), während die Oktave zum Ende der Melodie erscheint (= Ganzschluß). Beliebt ist der Einsatz von Quinten in einer Quintfallsequenz.
Die wesentliche Rolle der Sexte ist, daß sie als Umkehrung einer Terz verstanden werden kann und deshalb Terz- und Sextensprünge häufig im Wechsel auftreten. Die kleine Sexte galt bis ins 19. Jh. zudem als besonders dissonant und traurig-schmerzhaft.
Das Umkehrintervall (kurz: Umkehrung) oder Komplementärintervall ist das Intervall zwischen dem Zielton eines Intervalls und der nächsten Oktave über dem Ausgangston. (Die Summe der Stufe von Intervall und Umkehrintervall ergibt stets 9: Prime + Oktave = 1 + 8 = 9; Sekunde + Septime = 2 + 7 = 9 usw.) Reine Intervalle haben reine Komplementärintervalle, große haben kleine und umgekehrt, verminderte haben übermäßige und umgekehrt.
Intervalle und Umkehrintervalle in C-Dur |
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Obere Zeile: Intervall; untere Zeile: Umkehrintervall |
![]() |
* = groß; ** = klein |
![]() |
- = vermindert; + = übermäßig. Enharmonische Verwechslungen: Eis = F, His = C |
Alle Intervalle, die den Umfang einer Oktave überschreiten, werden als zusammengesetzte Intervalle betrachtet. Ihre Umkehrung entspricht der Umkehrung des Intervalls, das zur Oktave hinzugezählt wird.
Intervall | Hinzugefügtes Intervall | Umkehrung |
---|---|---|
None | Sekunde | Septime |
Dezime | Terz | Sexte |
Traditionell unterscheidet man zwischen konsonanten, „zusammenklingenden“ (d.h. harmonisch wohlklingenden) und dissonanten (Spannung erzeugenden) Intervallen. Die konsonanten werden wiederum unterteilt in vollkommen (perfekt) und unvollkommen konsonante Intervalle. Die Einteilung richtet sich danach, welches Teilungsverhältnis entsteht, wenn man eine Saite teilt, um darauf ein bestimmtes Intervall zu spielen.
Intervall | Teilungsverhältnis | Umkehrintervall | Teilungsverhältnis |
---|---|---|---|
Perfekt konsonante Intervalle | |||
Prime | 1:1 | Oktave | 1:2 |
Quinte | 3:2 | Quarte | 4:3 |
Unvollkommen konsonante Intervalle | |||
große Sexte | 5:3 | kleine Terz | 6:5 |
große Terz | 5:4 | kleine Sexte | 8:5 |
Dissonante Intervalle | |||
große Sekunde | 10:9 | kleine Septime | 16:9 |
große Septime | 15:8 | kleine Sekunde | 16:15 |