Klangholz
Tonholz
tonewood楽器用木材

Holz, das wegen seiner Klangeigenschaften (Erzeugung von Resonanz) für den Bau von Musikinstrumenten verwendet wird. Klangholz kann massiv oder laminiert (furniert) verbaut werden.

Anforderungen

  • Für Griffbretter wird Holz benötigt, das sehr dicht, hart und dunkel ist und sich bei Feuchtigkeitsschwankungen möglichst wenig ausdehnt oder zusammenzieht. Diese Bedingungen werden unter den tropischen Hölzern von Ebenholz und Palisander am besten erfüllt, unter den europäischen von Walnuß und Hainbuche.
  • Auch Hälse, Zargen und Böden sollen dicht und hart sein und möglichst wenig auf Feuchtigkeit reagieren. Traditionell werden Koa, Palisander oder Mahagoni benutzt. Sie können durch europäischen Ahorn oder Walnuß gut ersetzt werden.
  • Decken müssen elastisch auf Spannungen reagieren können, damit sie beim Anschlag schwingen können. Traditionell verwendet man deshalb Koa, Mahagoni, Fichte oder Zeder.

Maserungen

Eine auffällige Maserung erhöht die optische Attraktivität des Holzes, ohne seine Klangfarbe zu verändern. Bei der Maserung mancher Klanghölzer werden unterschieden:

Geriegelt

Flamed, z.B. Riegelahorn. Vor allem bei Bäumen, die im Gebirge wachsen, entsteht durch eine Anomalie im Wachstum eine Maserung, die wie Tigerstreifen aussieht und Riegeltextur genannt wird. Dabei verlaufen die Holzfasern nicht wie parallel, sondern wellenförmig zur Längsachse des Baumstammes, was zu einem streifenförmigen Muster führt. Da sich solche Bäume bislang nicht züchten lassen, ist natürlich „geflammtes“ Holz teuer.

Gestockt

Spalted, z.B. spalted mango. Die Maserung wird durch Pilzbefall erzeugt. Der Pilz wird beim Trocknen des Holzes abgetötet.

Gemuschelt

Quilted, z.B. Wölkchenahorn.

101.jpg
Riegelahorn
099.jpg
Wölkchenahorn
100.jpg
Vogelaugenahorn
091.jpg
Gestocktes Mango

Behandlungen

Geflammt (geflämmt)

Um Klangholz älter und rustikaler aussehen zu lassen, kann seine Oberfläche (in der Regel mit einem Gasbrenner) angesengt werden. Je länger diese Behandlung dauert, desto dunkler wird das Holz. Holzhändler bieten ihr geflämmtes Holz deshalb in Abstufungen wie „leicht, mittel, gut, best“ an. Geflämmt werden können Decke, Zargen und Boden des Korpus.

Lackiert

Eine bei Saiteninstrumenten beliebte Art der Lackierung ist die Schattierung.

Kritik

Lassen Sie uns zunächst (und aus der Perspektive der Stahlsaitengitarre) die Vorstellung verwerfen, daß einige Holzarten gut für Instrumente sind und andere nicht. Das Konzept von Klangholz ist ein Witz. Von den wenigen Dingen, die wir mit einer Gitarre machen können und sie dabei immer noch eine Gitarre nennen, hat das Ändern des Holzes, aus dem sie gemacht ist, die geringste Auswirkung auf die Qualität des Klanges, welche sie hervorbringt. Der klangliche Unterschied zwischen einer Gitarre aus Mahagoni und einer Gitarre aus Palisander ist genau derselbe wie der Unterschied zwischen zwei Mahagoni-Gitarren oder zwei Palisander-Gitarren. Kann man erkennen, woraus eine Gitarre besteht, wenn man eine unbekannte Aufnahme hört? Niemand, den ich kenne, behauptet, es zu können. Niemand bei den blinden Hörproben, an denen ich teilgenommen habe, konnte zuverlässig zwischen Mahagoni- und Palisandergitarren oder auch Gitarren aus Ahorn oder Koa unterscheiden.
Gitarren klingen wie Gitarren. Egal wie schlecht oder bizarr sie gemacht sind, Sie werden niemals den natürlichen Klang einer akustischen Gitarre mit dem eines Banjo, einer Mandoline, einer Trommel oder einer Flöte verwechseln. Offensichtlich klingen nicht alle Gitarren gleich, aber selbst wenn wir meinen, daß sie sich wie Tag und Nacht unterscheiden, wird es nicht so extrem sein, daß die eine wie eine Gitarre klingt und die andere nicht. Wir mögen eine starke Vorliebe für die eine oder andere haben, aber sie werden alle wie Gitarren klingen. Wenn nicht, würden sie anders heißen.
Der Ton einer Gitarre liegt mehr in den Händen des Erbauers als in den Materialien, aus denen sie gebaut wird. Mit zunehmender Erfahrung steigt das Niveau der Handwerkskunst. Wenn die Qualität der Instrumenten des Gitarrenbauers steigt, nimmt der tonale Unterschied zwischen den Instrumenten ab. Es gibt nicht nur weniger Nieten, sondern es wird auch schwieriger, eine zu bauen, die merklich über den anderen steht. Ich habe dieses Phänomen vor Jahren an meinen Appalachian-Dulcimern bemerkt, und in letzter Zeit habe ich es bei meinen Gitarren erlebt.
Psychoakustik spielt eine so große Rolle in dieser Angelegenheit, daß es schwierig ist, Ton objektiv zu diskutieren. (Ich glaube, daß es Psychoakustik genannt wird, weil das Definieren von Saiteninstrumenten Sie verrückt machen wird.) Wir hören, was wir zu hören erwarten, was wir gelernt haben zu hören, was wir hören wollen, und oft, was wir zu hören hoffen. Viele Gitarrenbauer und Musiker verwenden Hunderte von Stunden und Tausende von Dollar darauf, Informationen und Aufnahmen zu sammeln, und sie sind von der Unantastbarkeit ihrer Richtigkeit überzeugt. Sie stützen sich auf die breiten Vorgaben der Instrumentenmythologie, um im Recht zu sein, und widersetzen sich entschieden der Möglichkeit, daß sie Blödsinn sein könnten. Dies macht es für einen mutigen Gitarrenbauer extrem schwierig, Instrumente zu verkaufen, die nicht aus Standardholzarten bestehen.

John Calkin: The Heretic's Guide to Alternative Lutherie Woods

Hörvergleich und Quiz

Die folgenden fünf Hörproben stammen von ansonsten nahezu baugleichen Tenor-Ukulelen des Herstellers MyaMoe.

Welche Reihenfolge der Ukulelen 1 bis 5 trifft zu?
You Scored % - /

Videos

Gitarrenbauer Bob Taylor über Umweltprobleme mit Klanghölzern (2016)

Literatur