LEXIS


plucking
picking
fingerstyle

ピッキング
シングル・ノート

Beim Zupfen bewegen sich die Finger der Anschlaghand unabhängig voneinander über die Saiten der Ukulele und nicht wie beim Schlagen alle gleichzeitig (zum Gebrauch der Finger s. Zupftechnik.) Im Ergebnis können Saiten gezielt gegriffen und damit Melodien, Akkorde ohne Arpeggio und mehrstimmige Passagen ohne Akkorde sowie Legato-Techniken wie Aufschlagsbindung und Abzugsbindung gespielt werden.

In der Frühgeschichte der Ukulele war das Zupfen unüblich, weil das Instrument hauptsächlich zur Begleitung diente. Viele frühe Sätze fürs Melodiespiel sahen vor, daß jeder Ton als Akkord zu spielen war, was ohne Zupftechnik geschehen konnte (⇒ Schlagen). Erst die Übernahme von Gitarrentechniken änderte dies entscheidend.

Das Zupfen unterteilt sich in Flatpicking und Fingerpicking.

Flatpicking

Flatpicking

Flatpicking (auf deutsch Schlaggitarre) ist Zupfen nur mit dem Plektrum. Im Falle der Ukulele ist das Plektrum allerdings wenig gebräuchlich.

Fingerpicking

Fingerpicking

Den Fingern der Anschlaghand wird jeweils eine bestimmte Saite der Ukulele zugeordnet. Dazu gehören:

  • Daumenpicking
  • Zweifingerpicking
  • Dreifingerpicking
  • Vierfingerpicking

Daumenpicking (P)

Daumenpicking (P)

Zum Zupfen wird nur der Daumen eingesetzt. Es stellt die einfachste Form des Zupfens dar. Hiermit lassen sich Tremoli und das Spiel auf einer Saite leichter realisieren; Arpeggien, Mehrstimmigkeit und schnelles Spiel allerdings weniger leicht.

Die nicht benutzten Finger schweben frei und möglichst gestreckt über den Saiten, liegen unter dem Korpus, oder Kleinfinger und/oder Ringfinger werden unterhalb des Schallochs aufgestützt.


Adrien Janiak: Salarosa (2014)
Janiak verbindet hier auf höchstem Niveau Flatpicking mit Rasgueado und Dedillo-ähnlichen Schlägen. Man beachte die Länge des Daumennagels der rechten Hand!

Zweifingerpicking (PI)

Zweifingerpicking (PI)

Daumen und Zeigefinger werden eingesetzt. Der Daumen spielt auf der 3. und 4., der Zeigefinger auf der 1. und 2. Saite.


Gordon Mark: Stranger in Paradise (2011)
Mark setzt hier außerdem bei 0:30 Rasgueado ein.

Dreifingerpicking (PIM)

Dreifingerpicking (PIM)

Bei dieser Technik werden Ringfinger und Kleinfinger nicht eingesetzt, der Daumen ist für zwei Saiten zuständig. Dies entspricht dem Fingereinsatz im klassischen Gitarrenspiel.


Katie DeNure: Einfache Fingerpicking-Übungen (2018)


Herman Vandecauter: Schmitt Courante (2011)


Mark Knopfler: Über Fingerpicking-Technik auf der Gitarre (2017)

Vierfingerpicking (PIMA)

Vierfingerpicking (PIMA)

Bei dieser Technik wird der Kleinfinger nicht eingesetzt. Vierfingerpicking bringt Vorteile bei Zupfmustern, die über alle vier Saiten gehen.


Andrew Hardel: Übung fürs Vierfinger-Zupfen (2017)